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Das Südburgenland – Schöne Heimat, tolle Menschen aber keine Perspektive

09.01.2016, Beitrag in:
 
Permalink: http://bgld.rfj.at/texte/105_Das_Sdburgenland__Schne_Heimat_tolle_Menschen_aber_keine_Perspektive
 
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Ich liebe es sagen zu dürfen, dass ich ein Südburgenländer bin. Es erfüllt mich mit Stolz und Demut, das sagen zu dürfen. Weil ich meine Heimat eben liebe, jedes Grashalm, jeden Fluss, jeden Güter weg. Ich bin hier einfach mit meinen Wurzeln verankert und lebe schon immer hier. Aber leider gibt es auch Schattenseiten hier bei uns.

Hallo. Mein Name ist Robin Wirth und ich komme aus dem schönen Südburgenland. Bei uns hier gibt es eigentlich alles, was das Herz begehrt. Oft fühlt es sich so an, als wären hier die Uhren stehen geblieben. Die Menschen sind herzlich, man kennt sich, das Zusammengehörigkeitsgefühl ist hier ziemlich stark verankert. Wir sind zwar klein aber dafür sehr fein. Man hat das Gefühl, dass die Menschlichkeit, Akzeptanz und der nötige Respekt hier noch besonderer gelebt wird als in den Städten, wo man meistens nicht mal seinen Nachbarn beim Namen kennt. Unsere schönen Landschaften und die ruhige Lage zeichnen uns aus. Wer die Natur und die Ruhe liebt, der ist hier bei uns richtig. Man hat oft das Gefühl, dass hier die Uhren ganz anders ticken und dass die Menschen viel freundlicher und aufgeschlossener sind. Auch Flüchtlinge die zu uns kommen, können sich hier viel besser eingliedern, da hier bei uns auch keine gewaltbereiten Gruppierungen auftreten. Man hat das Gefühl, die Flüchtlinge identifizieren sich hier bei uns viel besser mit unseren Werten und Traditionen. Wir sind zum Glück von Spinnern befreit, die versuchen Flüchtlinge und Österreicher aufzuhetzen. Hier wird Wert darauf gelegt, wie wir sie am besten mit unserer Kultur vertraut machen können, aber auch wir lernen viel von ihrer Kultur, ihrer Identität und ihrer Geschichte. Während man überall Horrorgeschichten hört ist es schon verwunderlich, warum gerade das bei uns so gut funktioniert. Da wir eine rot-blaue Regierung hier haben und es anscheinend doch möglich ist, Integration zu leben. Wir sind ja nur das kleine Südburgenland. Was ist das schon für die große, breite Öffentlichkeit?

Sie denken jetzt sicher, dass das Südburgenland eine Art Schlaraffenland sein muss, so wie ich es beschrieben habe. Nun ja, ich liebe meine Heimat, die Menschen hier und die Landschaften. Ich liebe es sagen zu dürfen, dass ich ein Südburgenländer bin. Es erfüllt mich mit Stolz und Demut, das sagen zu dürfen. Weil ich meine Heimat eben liebe, jedes Grashalm, jeden Fluss, jeden Güter weg. Ich bin hier einfach mit meinen Wurzeln verankert und lebe schon immer hier. Aber leider gibt es auch Schattenseiten hier bei uns.

Wer sich hier etwas aufbauen will, hat es sehr schwer. Denn die Jobs hier sind sehr rar. Ich war jetzt ein gefühltes Jahr zuhause und habe gehofft, hier etwas zu finden. Ein frommer Wunsch, denn die Rahmenbedingungen sind mehr als nur schlecht. Rot/schwarz haben auch bei uns ihre Spuren hinterlassen, indem sie sich aufs Nordburgenland fokussiert haben und uns zum Museum degradiert haben. Die neue Regierungsbildung hat uns allen viel Mut gemacht, die Hoffnung auf bessere Zeiten ist da. Aber kann man sich darauf verlassen? Nein, man muss definitiv selber aktiv werden und für seine Zukunft die nötigen Schritte setzen. Ich habe schnell erkannt, dass ich hier keine Perspektive habe und da ich nicht vom Staat leben möchte, sondern mir mein Geld verdienen möchte, muss ich das Südburgenland schweren Herzens verlassen. Sie müssen sich vorstellen, ein Jahr lang habe ich mich intensiv beworben aber hier im Südburgenland waren die Stellen so gering, dass ich hier vielleicht 3, 4 Bewerbungen schreiben konnte. Ich habe meinen Fokus auf Graz legen müssen, da es die nächstgrößte Stadt ist und dort wenigstens die nötigen Stellen gegeben sind.

Nach einem Jahr bin ich nun in Graz fündig geworden und werde meinen Lebensmittelpunkt am Anfang noch weniger, aber am Ende total auf Graz legen müssen. Wenn die Arbeit dort ist, werde ich mir auch eine Wohnung nehmen müssen und dorthin ziehen. Die Freude über meinen neuen Job ist groß, da wir eine Rekordarbeitslosigkeit haben und ich mir diese Arbeit in einem stundenlangen Recruitingprozess erarbeitet habe, wo ich die Firma von mir und meinen Qualitäten überzeugt habe. Bei aller Freude ist aber auch Wehmut dabei. Es war nämlich von Anfang an klar, dass ich nur in Graz fündig werden kann, weil hier im Südburgenland keine Jobs, keine Perspektiven auf Jobs gegeben sind. Einen Job hier hätte man nur durch Kontakte oder durch Zufall erhalten können. Zufall? Kontakte? Sollen sich die Menschen hier auf solche Faktoren verlassen? Zählen nicht Leistung, Wille und Einsatzbereitschaft mehr? Bei den beruflichen Möglichkeiten die hier herrschen erübrigen sich meine Fragen wohl. So werde ich, der das Landleben liebt, die große weite Reise in ein neues Leben starten. Da ich in Graz viele Freunde habe und auch oft dort bin, fällt es mir nicht so schwer. Graz ist schon etwas wie eine 2. Wahlheimat geworden. Doch mit meiner Heimat natürlich nicht vergleichbar, es kommt nur am nächsten an Heimat ran. Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis hier die Fehler der Vergangenheit ausgemerzt werden. Meine Anforderung an die neue Regierung ist, dass sie ihren Blick endlich ins Südburgenland richten und hier die Grundvoraussetzungen und Alternativen schaffen, damit diese Abwanderungswelle endlich aufhört. In Wahrheit gibt es eine burgenländische Integrationswelle in die Großstädte, weil hier keine Jobs sind und keine Zukunft möglich ist. Und das kann doch nicht der Sinn der Sache sein. Ich freue mich auf meinen neuen Job und werde die Entwicklungen in meinem Bundesland weiter verfolgen, um vielleicht eines Tag zurückkehren zu können. Nämlich dann, wenn es hier Zukunftschancen und eine stärkere Industrie gibt. Denn ich liebe meine Heimat, selbst wenn ich sie zwanghaft verlassen muss. Dieses Bundesland hat mich geprägt, da schlägt mein Herz.

An alle Mitmenschen die diesen Beitrag lesen: Das Südburgenland und ich freuen uns, wenn ihr uns besuchen kommt. Denn wenn ihr nicht gerade Arbeit sucht, haben wir hier sehr viel zu bieten. Ob es nur Ruhe, Freundlichkeit oder Menschlichkeit ist, hier findet ihr alles davon. Wir hier heißen jeden willkommen, egal welche Rasse, Religion oder Herkunft er angehört. Wir suchen hier Gemeinsamkeiten und wollen keine Vorurteile. Wir haben hier eine rot-blaue Koalition und trotzdem herrschen bei uns diese erwärmenden Zustände. Vergesst nie, dass es nicht auf die Farben ankommt, sondern auf die Menschen dahinter, die Gutes tun wollen. Ich wünsche euch und euren Familien einen guten Rutsch und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!

Ich möchte meinen Beitrag mit einem Zitat schließen: Die Mauer zwischen deinem Traum und dir, ist nicht dazu da um dich abzuhalten, sondern um dir zu zeigen: Wie sehr willst du es wirklich?

Abschließend möchte ich noch meinen Freunden des RFJ Burgenland auch einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen und im Speziellen meinen guten Freund Werner Wassicek.

Liebe und gesegnete Grüße,
Robin Wirth

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Kalenderblatt Datum: 9. Jänner 2016
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